Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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noch einen Stein, mittelſt deſſen Horſa hätte die Ritzen der glatt gegypſten Wand öffnen und die Pflöcke einſchla⸗ gen können. Noch ſtand Horſa mit verſchränkten Armen vor der Mauer, dieſelbe mit verzweifelnden Blicken meſ⸗ ſend, als er die laute Stimme des Dintors erſchallen hörte, welche unwillig ausrief:

„Schweigen Sie endlich einmal von der gemauſten Stopfnadel und Kaffeebohne! Es iſt nicht wahr, ſage ich Ihnen zum tauſendſten Male. Und Sie, Frau von Kol⸗ ding! ſollten ſich ſchämen, daß ſie Ihre ehemaligen Freun⸗ dinnen insgeſammt geköpft wiſſen wollen. Närriſch ſind Sie und darum reden Sie ſolch albernes Zeug. He! Herr Bieſter! ſoll ich Ihnen auch die Zwangsjacke anle⸗ gen laſſen wie dort dem Herrn Griebler? Wollen Sie ſogleich die Blätter und Steine von ſich ſpucken? Sie fallen gewiß wieder in die frühere Tobſucht zurück und müſſen unter die kalte Plumpe gebracht werden.“

„Aber, beſter Herr Direktor!“ ſprach hier eine fremde, männliche Stimme—„ich habe bisher geglaubt, daß man den Irren ihren Zuſtand verheimlichen müſſe. Sie aber thun ganz das Gegentheil davon und nennen den Zuſtand Ihrer Pfleglinge mit dem wahren Namen. Finden Sie dies zweckmäßig?“

„Ei wohl!“ verſetzte der Doktor.„Man darf die Irren durchaus nicht in ihrem Wahne laſſen oder ſie darin beſtärken. Man muß ihnen vielmehr widerſprechen und offen erklären, daß ſie närriſch ſind. Das macht ſie ſtu⸗ tzig und bringt ſie eher zur Ueberlegung und Vernunft zurück. Meine Anſtalt, welche nur für Kranke aus den höheren und wohlhabenderen Ständen beſtimmt iſt, enthält wunderliche Kranke. Der Eine bildet ſich ein, Narziß,—