Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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es dem armen Horſa alſo ergangen ſein, hätte nicht eine langwierige Krankheit, ein hitziges Fieber mit ſeiner nach⸗ haltigen Schwäche, mitleidig ihn davor bewahrt. Was er aber in der Fieberhitze phantaſirt, hatte den Direktor der Anſtalt nur in dem Glauben beſtärkt, daß die fixe Idee dieſes Kranken von ſeiner Fürſtenwürde, eine tief⸗ gewurzelte ſei und die ſtille Melancholie, welcher Horſa nach ſeiner Geneſung anheimfiel, dieſe irrige Meinung des Doktors nicht umgeändert. Da Horſa jedoch keinen Tobſinn äußerte, vielmehr ſtets vernünftig ſprach, ſo wurde ihm als Gebeſſerter mehr Freiheit als den übrigen Irren geſtattet. Neun Monate waren bereits verſtrichen, ſeitdem Horſa das Irrenhaus bewohnte, und ein volles Jahr, daß er die Kohlenbrennerfamilie Schmidt verlaſſen hatte. Das Frühjahr war wieder da und mit ihm jene verzehrende Sehnſucht nach Freiheit gekommen. Wenn Horſa an dem vergitterten Fenſter ſeiner Stube ſtand und das trübe Auge gen Himmel richtete, ſo ſeufzte er aus voller Bruſt mit Schillers Maria Stuart: „Eilende Wolken! Segler der Lüfte! Wer mit euch wanderte! Wer mit euch ſchiffte!“

Die Stubenluft wollte Horſa erdrücken, daher er in den Garten der Anſtalt herabging. Mauern von doppel⸗ ter Mannshöhe umgaben denſelben und machten ein Ent⸗ rinnen unmöglich. Statt der Blumen, welche die Irren gar nicht würden haben gedeihen laſſen, enthielt der Gar⸗ ten grüne Raſenſtrecken, Geſträuch und Bäume, ſo wie einige Ruhebänke, einen Kegelſchub und kleine Handwa⸗ gen, in denen die Kranken einander umherfuhren. Als Horſa bei demjenigen Gartentheile vorüberſchritt, in wel⸗ chem die weiblichen Irren ſich befanden, rief ihm eine