Kind ſeine Mutter, in raſchem Laufe wieder zu ihrer Mutter, dem Weltmeere, zu gelangen. Dieſe Kindesliebe aber weiß der Menſch zu ſeinen Zwecken zu benutzen. Er nöthigt das rinnende Bächlein, ihm die Mühlräder in Bewegung zu ſetzen, die harten Thierfelle zu erweichen, ſeine Wäſche zu reinigen und das graue Linnengewebe zu bleichen und hundert andere Arbeiten zu verrichten. Iſt das Bächlein zum Bache oder gar zum Flüßchen ange⸗ ſchwollen, beſchwert der Holzflößer deſſen Rücken mit tau⸗ ſend und mehr Klaftern Scheitholz und läßt daſſelbe von dem geduldigen Rücken meilenweit forttragen, dadurch das bedeutende Fuhrlohn oder die eigene Mühe erſparend. Später endlich führt der zum mächtigen Strome gewor⸗ dene Bach die ſchwerſten Laſten zum Meere hinab und herauf und wird dadurch wieder zu einer neuen Quelle menſchlicher Wohlfahrt. Das Weltmeer iſt das Herz der Erde. Die Sonnenſtrahlen ſind die Pulsadern, mittelſt welcher das Waſſer aus dem Herzen geſchöpft wird. Die Quellen, Bäche, Flüſſe und Ströme dagegen ſind die Schlagadern, welche dem Herzen das entnommene Waſſer wieder zuführen, damit jenes nimmer verſiege. Groß ſind die Werke des Herrn. Wer ihrer achtet, hat eitel Luſt daran.“
Hier ſchloß der Kantor ſeinen erbaulichen Vortrag, um eine Pauſe der Ruhe eintreten zu laſſen, während welcher er ſich freundlich mit den Anweſenden beſprach oder ihre wißbegierigen Fragen beantwortete. Horſa hatte in früherer Zeit auch Unterricht in der Naturgeſchichte und zwar von einem gelehrten Profeſſor ertheilt bekom⸗ men. Vor lauter Gelehrſamkeit war aber der gute Pro⸗ feſſor ungemein trocken geweſen und darum von ſeinem


