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eine bunte Menge von Geſtalten, welche nur die letzten Glockenſchläge erwarteten, um in die Kirche einzutreten. Horſa fühlte ſich innerlich ſehr bewegt. Die Glocken⸗ töne hatten ihn an jene feierliche Stunde erinnert, wo ihn das volle Geläute ſämmtlicher Glocken ſeiner vorma⸗ ligen Reſidenzſtadt empfing, wo Kanonendonner und der tauſendſtimmige Jubelruf des Volks ihn umhallte, wo der feſte, feurige Wille in ihm glühte, ſeinem Volke ein gütiger und gerechter Beherrſcher und Vater zu ſein. Noch nie in ſeinem Leben war ihm ſein Alleinſtehen ſo ſchwer auf das Herz gefallen wie jetzt, wo er ein treu⸗ verbundenes, innig einander liebendes Ehe⸗ und Ge⸗ ſchwiſterpaar vor ſich dahinſchreiten ſah. Nur zu oft ent⸗ behren die Fürſten des Familienglückes, weil die unna⸗ türliche Hofſitte meiſtens nicht zugiebt, daß der fürſtliche Gatte mit ſeiner Gattin beiſammen lebe und wohne, daß deren Kinder bei und von ihnen erzogen werden. Als Ausnahme von der Regel iſt es daher zu betrachten, wenn zwiſchen den Gliedern einer F tenfamilie einmal das zärtliche Verhältniß, die treue Anhänglichkeit, die theilnehmende Liebe herrſcht, welche der Segen des Bür⸗ ger⸗ und Bauernlebens find. Aus dieſem Grunde war auch Horſa von dem frühen Ableben ſeiner Aeltern weit weniger ſchmerzlich berührt worden, als dies in einer bürgerlichen Familie der Fall geweſen ſein würde. Eben ſo hatte er den Mangel an nahen und theueren Ver⸗ wandten faſt gar nicht gefühlt. Erſt jetzt, nachdem er das Familienleben von ſeiner guten Seite kennen zu ler⸗ nen Gelegenheit gehabt hatte, ſchmerzte ihn das Einſame ſeiner Lage. 4 Dieſes Gefühl ward eher vermehrt denn vermindert,


