—
ßen Wünſchen und Horſa mußte, ohne ſeine Selbſtſchau durchgeſetzt zu haben, ſich in den Stall begeben, um dort gewohnter Weiſe ſeine halbe Kanne warme Kuhmilch zu trinken.
Wie immer fand er Anna bereits in voller Thätigkeit.
„Heute kommt der Jägersmann, ſtatt des Köhlers!“ rief ſie Horſa ſchäkernd entgegen.„Paſſen ſie?“ fuhr ſie fort und erhob die Laterne vom Boden, um den Prinzen von allen Seiten zu beleuchten.
„Nun? gefall' ich Dir?“ fragte Horſa, als Anna die Laterne ſtill wieder hinſetzte.
„Wie man's nimmt—“ verſetzte die Kleine gezwun⸗ gen.—„Ich hab's Euch ſchon einmal geſagt, daß— daß die Jäger nicht meine guten Freunde juſt find.“
Kleider machen Leute— ſagt nicht ganz mit Un⸗ recht das Sprüchwort. Horſa hatte ein ganz anderes und zwar edleres Anſehen in ſeiner jetzigen Kleidung be⸗ kommen. Gleichwie das Roß weit ſtolzer das Haupt er⸗ hebt und ſeine Füße weiter kusgreſteßhißt, wenn es mit blitzendem Zaume und goldgeſtickter Satteldecke angethan iſt: eben ſo nahm, deſſen unbewußt, Horſa den Anſtand. eines Fürſten mit dem neuen Kleide an. Aber auch Va⸗ ter Schmidt war ein Anderer geworden, als er im ſchö⸗ nen blauen Oberrocke mit den blanken Silberknöpfen, in der ſcharlachrothen Weſte und dem ſchneeweißen Hals⸗ tuche, mit blank gewichſten Stiefeln, im breitgekrempten Hute und das dicke, ſpaniſche Rohr in der Hand zum Kirchgange bereit ſtand. Nicht minder feſtlich gekleidet erſchien Mutter Schmidt und ihr Sohn Stephan. Anna, das dunkle Haar vorn geſcheitelt und nach hinten in zwei langgeflochtene Zöpfe vereinigt, war durchaus ländlich ge⸗


