Am ſechſten Morgen ſeines Aufenthaltes in Schmidth Hauſe fand Horſa, ſtatt des Köhleranzugs, eine ſcheinbar neue Jagdkleidung auf dem Schemmel vor ſeinem Bette liegen. Außerdem lag noch ſchneeweiße, reine Wäſche da⸗ neben— ein Bedürfniß, deſſen Mangel dem Prinzen ſeither am empfindlichſten geweſen war.
„Was ſoll das?“ fragte er verwundert ſeinen Stu⸗ bengenoſſen Stephan.
„Ihr wißt wohl nicht“— entgegnete Stephan— „daß heute Sonntag iſt, wo Jedes ſich putzt, ſo gut es kann? Oder gedenkt Ihr etwa in Eurer ſchmuzigen All⸗ tagskleidung zur Kirche zu gehen?“
„Aber dieſe neuen Kleider!“ verſetzte Horſa.„Deine lieben Aeltern beſchämen mich durch ſo viel Großmuth!“
„Es ſind Eure alten, weiten—“ bemerkte Stephan lachend—„nur ein wenig enger gemacht und ausgebü⸗ gelt. Das koſtet auf dem Lande nicht den Hals und wir find noch lange in Eurer großen Schuld.“
Horſa warf nun in Glanz, wobei ihm jetzt kein
Dienerheer behülflich war. „Meiſter Lippert hat's gut getroffen,“ lobte Ste⸗ phan—„obſchon er kein Maaß an Euch nehmen konnte. Die Sachen ſitzen wie angegoſſen. Nun ſieht man auch erſt, wie fein das Tuch iſt. Jetzt ſeht Ihr wie ein ſchmu⸗ cker Jägersmann, dem nur der Hirſchfänger an der Seite fehlt.“
Als ein junger Mann vernahm Horſa dieſe Aeuße⸗ rungen nicht ohne innere Genugthuung. Um ſich ſelbſt von deren Wahrheit zu überzeugen, wünſchte er in Ge⸗ danken einen einzigen der zahlloſen Spiegel ſeines vor⸗ maligen Schloſſes herbei. Jedoch blieb es bei dem blo⸗
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