Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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bißchen Brennen erſpartet. Aber Eure Finger ſehen

auch ſo weich und zart aus wie weißes Hühnerfleiſch und können unmöglich viel im Freien handtiert haben.“

„Siehe da einen Spion—“ ſprach Horſa zu ſich ſelbſt—„wo du ihn am wenigſten vermuthet haſt. Das Kind hat Argusaugen. Sieh dich vor, Horſa, damit nicht ein unſchuldiges Kind an dir zum Verräther werde.“

Der Prinz begab ſich nach dem Genuſſe der Milch nebſt Stephan an die Arbeit und er machte dieſelbe nach Kräften gut. Seitdem er den Regenten abgelegt hatte und er auf der hohen Schule des gemeinen Lebens oder vielmehr der Gefangenſchaft geweſen war, hatten ſich ſeine Sinne ſchon mehr an die verſchiedenen Eindrücke, welche dem Hofleben ftemd zu bleiben pflegen, gewöhnt; ſonſt würde ihm der ſtete Theer⸗ und Pechgeruch, welchen er in der Siederei einathmen mußte, empfindlicher auf die Nerven gefallen ſein.

„Theergeruch iſt lungenſtärkend—“ tröſtete er ſich —„und lange nicht ſo ſchlimm als die Ausdünſtungen in den Gerbereien, Schlachthäuſern, Gasbereitungsan⸗ ſtalten und Alaunſiedereien. Lachen muß ich, wenn ich

daran denke, mit wie vielen verſchiedenen Wohlgerüchen

meine Kammerdiener mich vordem alltäglich überſchütte⸗ ten. Wahr iſt es, daß dieſe ziemlich mechaniſchen Arbei⸗ ten den Geiſt nur wenig beſchäftigen. Wenn ich aber überlege, daß das ſtundenlange Stillſtehen auf dem An⸗ ſtande bei Jagden, das ewige Einerlei des Exercirens bei dem Heere, das Courabhalten und noch viele andere läſtige Obliegenheiten eines Fürſten noch weniger den Geiſt kräftigen und erbauen: ſo werde ich mich über mein jetziges Schickſal nicht beklagen.“