Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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„Die Maskerade oder vielmehr das Schauſpiel be⸗ ginnt wiederum—“ dachte Horſa, indem er die Hoſen von grobem Wollenzeuge, eine eben ſolche Weſte und darüber ein Blouſe von dunkelm Stoffe anlegte.

„Faſt hätte ich Euch nicht gekannt—“ ſprach Anna zu Horſa, als er in den Stall trat, wo jene bereits auf dem Schemel ſaß und mit flinken Händen die Kühe molk. „Wißt Ihr, daß Euch die weite, grüne Jägerkleidung gewaltig entſtellte? Auch konnte ich mir nicht vorſtellen, daß Ihr wirklich ein Jägersmann wäret, der die munte⸗ ren, unſchuldigen Rehe und Hirſche ohne Barmherzigkeit niederknallt. Offen geſtanden, bin ich den Jägern eben nicht grün, faſt ſo wenig wie den Fleiſchern, welche zwar nothwendig ſind, aber kein Mitleiden mit den Geſchöpfen unſer Herrgottes haben und haben dürfen. Dann quälen und mißhandeln die Jägersleute auch die treuen Hunde ſo erbärmlich, um ſie zur Jagd abzurichten. Ich hab's ſelbſt mit angeſehen, wie ſie den jungen Hunden Hals⸗ bänder anlegen, welche mit eiſernen Stacheln beſetzt ſind und woran ſie die armen Thiere herumzerren, daß es ein Jammer iſt. Ihr aber ſcheint mir zu einem Waidmann nicht zu paſſen. Dazu ſeid Ihr viel zu ſehr verhätſchelt.“ „Ich?“ fragte Horſa betroffen, indem er das Milch⸗ glas von den Lippen nahm.„Beweiſe Deine Behaup⸗ tung, mein Kind.“

„Hm! das iſt ſogleich gethan—“ verſetzte Anna.

„Spießtet Ihr doch geſtern Abend die heiße Kartoffel

auf die Gabel und ſchältet ſie dann mit ſolcher Vorſicht,

als wäre ſie ein glühender Plattſtahl. Und das geſottene

Ei ſtecktet Ihr in ein leeres Schnapsglas, wodurch Ihr

Euch das Halten mit den Fingern und zugleich das Nieritz, Fürſtenſchule. II. 3