Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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Staat betrügen, welcher dadurch jährlich Millionen weni⸗ ger einnimmt. Wie nachtheilig ein ſolches Thun für die Sittlichkeit wird, könnt Ihr leicht ermeſſen.“

„Welch' Glück für meine Schultern—“ ſprach Horſa jetzt zu ſich—„daß ihnen dieſe ſchwere Laſt entnommen iſt! Ob mein Nachfolger deren ganzes Gewicht fühlen mag?“

Auf dem Rückwege erfuhr Horſa, daß Vater Schmidt die nächſte Nacht über im Walde bei den Meilern blei⸗ ben werde.

„Laßt mich Euch Geſellſchaft leiſten—“ bat der Prinz—„die Unthätigkeit fällt mir läſtig und anziehend muß es ſein, eine Nacht im Walde, bei brennenden Mei⸗ lern und Fackelſchein zuzubringen.“

„Geduld, junger Mann!“ verſetzte Schmidt lächelnd. „Gewiß habt Ihr Romane geleſen, wo ſolche Nächte ſich ganz hübſch ausnehmen, in der Wirklichkeit aber nicht Jedermanns Sache ſind, zumal für einen kaum Geneſe⸗ nen, wie Ihr. Zwar ſtehen auch wir nicht in Einem fort bei dem Meiler, ſondern haben unſern warmen Ver⸗ ſteck gegen die Nachtkälte; allein dennoch rathe ich Euch noch nicht, Euch der ſo ſcharfen Märzluft auszuſetzen. Wollt Ihr aber thätig ſein: ei nun, ſo findet ſich am Tage Gelegenheit genug dazu und Ihr ſollt Euch nicht ferner über Langeweile beſchweren dürfen.“

Als Horſa am andern Morgen von ſeinem Schlaf⸗ kameraden vor fünf Uhr geweckt wurde, vermißte jener ſeine Kleidung, welche mit dem groben, aber zweckmäßi⸗ gen Anzuge eines Köhlers vertauſcht worden war.

„Da Ihr mit uns arbeiten wollt—“ ſagte Stephan lachend—„ſo müßt Ihr Euch auch wie wir kleiden.“