Einem das tödtende Blei in den Rücken nachſchickt. Lange hält man ein ſolches Leben nicht aus und wenn ſchon unſere Löhnung etwas beſſer iſt als die der Linienſolda⸗ ten, auch dann und wann etwas Beute zur Vertheilung kommtt ſo ſteht beides immer noch nicht in richtigem Ver⸗ hältniß mit der Plage und Gefahr. Habt Ihr, Nachbar Schmidt, die Kreuze ſchon auf dem Kirchhofe drüben in Schönbrunn gezählt, welche allein auf den Gräbern der von den Paſchern erſchoſſenen und erſchlagenen Gränzjä⸗ ger ſtecken?“
„Ich ſollte aber meinen—“ entgegnete Schmidt,— „daß auf jeden gefallenen Gränzjäger mindeſtens 5 nie⸗ dergeſchoſſene Paſcher kommen.“
„Mag immerhin ſein—“ erwiederte jener—„den⸗ noch ſchießt dieſes Zeug wie Pilze wieder in die Höhe und je mehr man vertilgt, deſto mehr finden ſich Andere.“
„Das Paſchweſen iſt ein ſchweres Gebrechen der Staaten—“ wendete ſich Schmidt zu Horſa.„Es bil⸗
det Menſchen, welche weder Lüge, noch Meineid, weder
Diebſtahl noch Mord ſcheuen. Sie bilden Vereine, die
man recht füglich Räuberbanden nennen könnte. Denn geht das Paſchen nicht mehr, ſo werden die⸗Paſcher
wöhnliche Diebe und Räuber, welche die Bewohner abge⸗ ſondert gelegener Niederlaſſungen überfallen, ausplündern, ja wohl umbringen, um der Entdeckung vorzubeugen. Ich müßte mich ſehr irren, wenn derjenige, welcher mei⸗
nen Stephan niedergeworfen hatte, nicht ein Paſcher war,“ deſſen weites Gewiſſen ihn ſelbſt zum Straßenräuber
werden ließ.“
„Wie aber wäre dem Uebel abzuhelfen—“ erwie⸗
derte Horſa—„da die Gränzzölle weit weniger drückend


