Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

war ſein Herz lange verwaiſet geweſen, bis er in Strauch⸗ witz einen Jugendfreund gefunden und ſich demſelben an⸗ geſchloſſen hatte. Als der Sprößling einer mittelloſen Seitenlinie des regierenden Fürſtenhauſes hatte Horſa gänzlich von der Güte oder Laune des regierenden Lan⸗ desherrn abgehangen. Daher war es gekommen, daß Horſa, gegen die ſonſtige Sitte junger Fürſtenſöhne, nicht auf Reiſen geſchickt worden, ja nicht einmal über die dieſſeitige Landesgränze gekommen war. Ein eigenes Gefühl, wie es wohl Jeden beſchleicht, der zum erſten⸗ male an der Gränzſcheide ſeines Vaterlandes ſteht, er⸗ füllte auch Horſa's Gemüth und daſſelbe wurde zum ängſtlichen, als er die drei bewaffneten und ſoldatiſch ge⸗ kleideten Männer in der Schänkſtube ſah. Gleichwie ein gebranntes Kind ſich des Feuers, ehen ſo fürchtete Horſa jetzt die Soldaten, weil ſolche ihn der Freiheit beraubt und der Feſtung zugeführt hatten. Gern wäre er ihnen daher ausgewichen, allein dies ging, ohne großen Verdacht zu erregen, nicht gut an.

Schmidt war ſowohl mit den Wirthsleuten als ach mit den Gränzjägern bekannt⸗

Wie geht's, Ihr Leute? fragte er die Letzteren nach der Begrüßung.Iſt der Dienſt beſchwerlich in dieſer Zeit?

Das wollten wir meinen! verſetzte einer der Gränz⸗ jäger.Während Ihr des Nachts in Ruhe und Frieden ſchlafen und Euch für die Arbeit des kommenden Tages ſtärken könnt, müſſen wir auf den Beinen ſein und in jedem Wind und Wetter den Wald durchſtreifen. Dabei iſt man keine Minute ſicher, daß nicht hinter einem jeden Strauche oder Baumſtamme ein Paſcher ſteckt, welcher