Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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ließ auch Frau Schmidt die Stube, um ihre Küche zu verſorgen. Horſa hingegen öffnete das Klavier. Nun ja, wie ein engliſches Pianoforte klang es allerdings nicht; dennoch freute der Spieler ſich der ſo lange nicht ver⸗ nommenen Klänge. Das übrigens rein geſtimmte In⸗ ſtrument kam dem Prinzen vor wie ein ſanft duftendes Veilchen in einer rauhen Wildniß und darum begrüßte er daſſelbe freudiger als eine vollſtändige muſikaliſche Kapelle.

Während Horſa den Rücken der Stubenthüre zuge⸗ wendet, ſeine behenden Finger über die Taſten dahin⸗ gleiten ließ, lauſchte, ihm unbewußt, ein horchender Mädchenkopf, welcher Anna angehörte und der durch die leiſe geöffnete Thüre hereinlugte.

Der blaſſe, junge Burſche meinte Anna zu ſich ſelbſtſpielt traun alle deine Stücke ſo fertig vom Blatte, als wäre er der Schulmeiſter Beier aus Schmor⸗ tanne ſelbſt. Ob er auch ſingen mag?

Bevor ſie ſich dieſe Frage beantworten konnte, zog ſie blitzſchnell den Kopf aus der Thürſpalte, weil Horſa mit Spielen aufhörte. Von Langeweile ergriffen, durch⸗ ſtrich Horſa die verſchiedenen Gebäude der kleinen Nie⸗ derlaſſung. Ueberall traf er auf fleißige Arbeiter, welche ſich mit der Bereitung des gewöhnlichen Theers, verſchie⸗ dener Pechſorten, des Terpentins und des Geigenharzes beſchäftigten. Weiber und Kinder halfen den Männern und wo Horſa nur hinblickte, regte ſich der Fleiß. Er bekam eine immer höhere Meinung von ſeinem Wirthe, in deſſen Dienſte alle die verſchiedenen Arbeiter nebſt ihren Familien ſtanden. Dieſen hatte er kleine, aber feſte und eingerichtete Wohnhäuſer erbauen laſſen