— ₰
der Uhr. Weiß wie Kreide und fleckenlos die vier Wände, über denen ſich das ſpinnenfreie, braune Getäfel und Gebälke der Stubendecke ausſpannte. Keine erblindeten Fenſterſcheiben, keine Spur von Fliegenkoth irgendwo! Sogar ein Klavier in braunem Eichengehäuſe nahm die eine Stubenwand ein.
Horſa muſterte alle dieſe Gegenſtände, während er mit Wohlbehagen ſeinen Kaffee aus einer Steinguttaſſe trank. Anſtatt des erwarteten groben Schwarzbrotes fand er weiße Semmelwecken als Zukoſt neben dem Kaffee, wobei ſelbſt der Zucker nicht vergeſſen war.
„Sie iſt freilich altbacken—“ ſprach Frau Schmidt in Bezug auf die Semmel.„Nur zweimal in der Woche
geht unſte Botenfrau nach der Stadt und kauft für uns ein.“
Horſa aber ſprach bei ſich ſelbſt:„Wenn König Heinrich der Vierte von Frankreich es als die Aufgabe ſeines Lebens und Regierens betrachtete, daß ein jeder Bauer des Sonntags ſein Huhn im Topfe habe: ſo ſcheint dieſe Aufgabe bereits in deinem vormaligen Reiche gelöſt zu ſein. Denn wenn ein Kohlenbrenner ſchon ſo reich begütert iſt wie hier vorliegt: wie mag es da nicht erſt um den Landbauer ſtehen! Ob jedoch meiner kurzen Regierung oder der meines Nachfolgers dies zuzuſchreiben iſt, möchte ich doch bezweifeln. Gute Frau!“ fuhr er laut zu ſeiner freundlichen Wirthin fort—„darf man wiſſen, was unter jenem ſchwarzen Tüchlein an der Wand verborgen iſt?“
Frau Schmidt zog eilig das verhüllende Tuch hin⸗ weg und verſetzte mit Feuer:„Glaubt nicht etwa, gu⸗
2


