umdüſterter Stirne—„was ſich auf der Feſtung Dach⸗ ſtein zugetragen hat.“
Hier hörten Horſa's Kinnladen ſchnell mit ihrer kauenden Bewegung auf.
„Was giebt's auf der Feſtung?“ fragten Vater, Mutter und Tochter zugleich.—„Wie ſteht's um Horſa? Haſt Du von ihm etwas gehört?“
„Das Allerſchlimmſte—“ ſprach Stephan traurig— „Er iſt— todt!“
„To— dt!“— tönte es von ſechs Lippen wieder, deren Beſitzer erblaßten und voll Schrecken ſich ſtumm anblick⸗ ten. Horſa hingegen zog ſchnell ſein Taſchentuch hervor, um ohne Noth ſeine Naſe und das halbe Geſicht dazu hineinzuſtecken. Vor Schreck fiel ihm— wie das Sprüch⸗ wort ſagt— die Butter vom Brote.
„Todt!“ wiederholte der Köhler nach einer Pauſe und ein tiefer Seelenſchmerz ſprach aus ſeinen Augen, die er auf ſeine eben ſo erſchrockene Frau heftete. Er wollte mehr ſprechen, allein ein Seitenblick auf den frem⸗ den Gaſtfreund ſchloß ihm die halbgeöffneten Lippen.
„Geſtern iſt er begraben worden—“ erzählte Ste⸗ phan—„ohne Sang und Klang, in einem gemeinen Sarge und in ein gewöhnliches Grabeloch auf dem Fe⸗ ſtungskirchhofe. Kühn's Röſe, die beim Feſtungsprofoße dient, traf ich heute in Saidnitz. Sie weinte wie ein Kind, da ſie mir die traurige Geſchichte erzählte. Vor kurzem erſt hatte ſie den Prinzen leibhaftig geſehen, hatte ihm ſogar mit ihren eigenen Händen das Geſicht mit einem Waſchſchwamme voll friſchen Waſſers überfahren, weil er in Ohnmacht gefallen war. In ihrem ganzen Leben könne ſie den lieben, ſchönen jungen Herrn nicht


