Blicke aus ihren dunkeln Augen:„Habt großen Dank, junger Burſche, dafür, daß Ihr meinen Bruder da erret⸗ tet habt. Er traut ſich oft mehr zu als er vermag und wollte ſich immer nicht warnen laſſen.“
Es iſt nicht der Land⸗ und Waldbewohner Sache, viele Worte zu machen. Dagegen ſind ſie eher mit der That bei der Hand. Darum ſtand auch Frau Schmidt alsbald mit einem ſchmackhaften Imbiß vor Horſa, dem jetzt nichts erwünſchter kam als dieſe ländliche Gewohnheit.
Guter Gott! wie dem Prinzen, dem verhungerten und ſchier verſchmachteten, das kräftige Schwarzbrot, die goldgelbe, friſche Butter, die kümmelgewürzten Käſeſchnit⸗ ten und die ungefälſchte Milch ſchmeckten! Der Hunger übertraf jetzt alle ſeine früheren Hofmundköche und deren Kunſtgerichte. Mit großer Befriedigung ſah die Haus⸗ frau Horſa's geſegneten Appetit mit an, denn wahrhaft beleidigt betrachten ſich die Landbewohner, wenn man ihren Erzeugniſſen die gebührende Ehre zu verſagen ſcheint. Wahrſcheinlich würde ſich der von der langen Haft und dem empfangenen, ſtarken Schlaftrunke ſehr geſchwächte Horſa eine Verdauungsbeſchwerde zugezogen haben, wäre ſeinem übermäßigen Appetite nicht noch zu rechter Zeit Ein⸗ halt gethan worden. Derſelbe wurde durch einen Schreck bewirkt, deſſen unſchuldige Veranlaſſung der von Horſa gerettete Stephan war.
Nachdem dieſer die dem Räuber vorenthaltene Geld⸗ ſumme ſeinem Vater zugezählt hatte, that Letztrer die Frage an ſeinen Sohn:„Und was gab's ſonſt Neues in Saidnitz?“ „Das Neueſte iſt—“ verſetzte Stephan mit ſchnell
.


