Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

der vorhandenen Gebäude zu anderen Zwecken als zu Wohnſitzen für Landleute beſtimmt geweſen wären. Meh⸗ rere Dächer endigten ſich in hohe Feueröſſen, denen ein ſtarker, harzig riechender Dampf entquoll.

Das ſind Theer⸗ und Pechſiedereien belehrte Stephan Schmidt den fragenden Horſa, welcher bei dem weiteren Vorſchreiten ein nettes, ziegelgedecktes Wohnhaus auf einer Anhöhe erblickte, von welcher man eine völlige Ueberſicht der geſammten Niederlaſſung hatte. Dahin geleitete Stephan ſeinen Beſchützer, welcher die Wohnung des angeblichen Köhlers über ſeine Erwartung wohl ein⸗ gerichtet fand. Noch angenehmer fühlte er ſich jedoch überraſcht, als er ſich den Aeltern ſeines Begleiters vor⸗ geſtellt ſah, die ihn beide mit herzlicher Freundlichkeit willkommen hießen, welche auf die Erzählung Stephans von ſeiner Errettung aus Räuberhänden in die innigſte Dankbarkeit ſich verwandelte. Sobald ſich die Kunde von dem ſtattgefundenen Ueberfalle in der Niederlaſſung verbreitete, ſtrömte Alt und Jung herbei, um jene aus dem Munde Stephans beſtätigen zu hören und zugleich den entſchloſſenen Jägerburſchen zu ſehen, welcher durch das bloße Vorzeigen eines Fichtenaſtes einen baumſtarken Räuber in die Flucht gejagt hatte.

Unter den Herbeigeeilten war auch ein kräftig auf⸗ geſchoſſenes, rothwangiges Bauermädchen, welches von dem Melken der Kühe aus dem Stalle fortgeſprungen war, baarfuß und mit aufgeſtreiften Hemdärmeln auf Stephan zuſprang und ihn haſtig in ihre Arme faßte, als gedächte ſie ihn gegen den Räuber in Schutz zu nehmen. Dann wendete ſie ſich zu Horſa, ſchüttelte ihm treuherzig die Rechte und ſagte mit einem leuchtenden