noch obendrein blitzblau und windelweich von ihm geprü⸗ gelt worden. He, Ihr Pfenniglicht in einer großen Stalllaterne, wie ſeid Ihr nur auf den geſcheidten Ein⸗ fall gekommen? Seid Ihr immer ſo grauſam pfiffig wie jetzt?“
Faſt ſchämte ſich Horſa über dieſes ungekünſtelte Lob ſeiner That. Er ſelbſt hatte erſt jetzt das Vorhanden⸗ ſein einer Kraft ſeiner Seele, die Geiſtesgegenwart ge⸗ nannt, erkannt, die er früher an dem Gutsbeſitzer Schmie⸗ del bewundert, als dieſer, dem Verräther Wolf auswei⸗ chend, die dem Leſer bekannte Liſt in der Barbierſtube ausgeführt hatte.
Bald aber fand auch Horſa Urſache, die Geiſtesge⸗ genwart oder Klugheit ſeines Schützlings anzuerkennen. Er ſah nämlich eine ziemlich bedeutende Anzahl blanker Silberthaler in dem Hohlwege verſtreut, welche deren Eigenthümer oder Träger ſelbſt von ſich geworfen hatte, als er von dem Räuber angefallen worden war.
„Ich wollte mein Eben abſehen—“ erklärte der Burſche auf Horſa's Frage,—„und dem Kerl einen Stoß verſetzen, daß er das Aufſtehen vergaß, ſobald er ſich zum Aufleſen meiner Thaler gebückt haben würde. Um ihn ſicher zu machen, wollte ich mich todt von ſeinen Hieben ſtellen und dann unverſehens über ihn herfallen. Ein Stein würde ſich wohl in der Nähe gefunden haben, mit welchem ich ihm den Schädel hätte einſchlagen kön⸗ nen. Freilich konnte die Geſchichte übel für mich ablau⸗ fen und darum will ich mich recht ſchön bei Ihm bedankt haben.“
Horſa half nun dem Burſchen die Thaler aufleſen.
„Es müſſen ihrer 65 ſein—“ bemerkte Jener.


