im Frühjahre ſo lungenſtärkend den Nadelwäldern ent⸗ ſtrömt. Derſelbe war ihm eine Arznei, wie ſie kein Doktor verſchreiben, keine Apotheke bereiten kann. Frei war er! Im Frohgefühle darüber preßte er ſeine beiden Hände gegen die hochwallende Bruſt, richtete er den Blick dankbar auf zum blauen Frühlingshimmel, in deſſen Höhen die trillernden Lerchen ihr Loblied mit dem Dank⸗ gebete des befreiten Fürſtenſohnes vereinten. Ja, Horſa betete— betete aus voller Seele und mit nie gefühlter Inbrunſt. Zugleich gelobte er ſich, fortan ein neuer Menſch zu werden, der auch am innwendigen Menſchen frei ſei und nicht mehr der Sünde, wie der Leidenſchaften Knecht. Gutes zu thun und darin nicht müde zu wer⸗ den— nahm er ſich vor— um dereinſt zu ärndten ohne Aufhören, wie ihn die Bibel gelehrt hatte.
Aller Sorgen um die nächſte Zukunft entſchlug er ſich. War nicht das neu gewonnene Leben mehr als die Speiſe? Die goldene Freiheit mehr als die Kleidung? Die Lerchen über ihm ſangen ſo fröhlich, auch ohne einen Heerd zu beſitzen, an deſſen Feuer das Mittagseſſen kochte. Und die Mücken— ſie tanzten ſo luſtig vor ihm, ohne einen Spielmann zu haben, ohne zu wiſſen, wo ſie am Abende ihr kleines Haupt hinbetten würden.
Gott ſelbſt giebt Jedermann Leben und Odem al⸗ lenthalben, denn in ihm leben, weben und ſind wir. Sehet die Vögel unter dem Himmel an. Sie ſäen nicht; ſie ärndten nicht; ſie ſammeln nicht in die Scheuern ein und euer himmliſcher Vater ernähret ſie doch. Schauet die Lilien auf dem Felde. Sie arbeiten nicht, auch ſpin⸗ nen ſie nicht. Und doch ſind ſie ſchöner gekleidet als


