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Bruderliebe : eine geschichtliche Erzählung aus dem 15. Jahrhundert : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Der König iſt todt! ſchrie der Bauernanführer freu⸗ dig auf.Heiſa! juchheiſa! hopp dich! hopp! hopp! Und der Mann ſprang und ſang wie wahnſinnig. Und alle ſeine Begleiter und Begleiterinnen ſangen, ſprangen und wirbelten im tollſten Reigen umher, die unwillig abweh⸗ rende Hand im Schloßfenſter nicht beachtend. Bemitleidens⸗ werther Monarch, deſſen Hinſcheiden ſeine Unterthanen mit ſolchem Entzücken begrüßen! Auch die Geſchwiſter Michelet und Armagnac hatten, um ſich nicht zu verrathen, mittanzen und mitſingen müſſen, obſchon ihrem Herzen die Freude der Rachſucht fremd war. Als ſpäter Coittier kam und die Beſtätigung von Lud⸗ wig's XI. Tode mitbrachte, zog er das Käſtchen mit den be⸗ wußten Kinderzähnen hervor.Hier ſprach er zu Iſouard und Hectorſchickt euch der König ein kleines Andenken. Ja, wahrlich, ein Andenken war es, jedoch kein kleines, ſondern ein ſchreckliches und doch wiederum ein rührendes Andenken an die einſt überſtandenen Leiden, wie an die aufopfernde Bruderliebe. Dieſe Backenzähne ſprach Hector und fiel ſeinen Bruder weinend um den Halsſind die deinigen und für mich eine unvergeßliche Erinnerung an deine Liebe und dein großes Opfer. So lange ein Glied unſrer Familie übrig bleibt, ſoll es dieſe Zähne nebſt dem goldnen Käſtchen als ein Heiligthum bewahren.. Hoffentlich ſagte Coittier zu den beiden Brüdern Armagnacwerdet ihr keine Gefahr bei dem neuen Kö⸗ nig laufen, wenn ihr euch als noch am Leben ausweiſet und euern wahren Namen wieder annehmet. Vielleicht erlangt