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Bruderliebe : eine geschichtliche Erzählung aus dem 15. Jahrhundert : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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159 in Coittier's Landhauſe und Garten!“ bemerkte Schmer⸗ zensreich.„

„Und um wie viel beſſer ſchmeckt mir mein Morgenbrot als dem König!“— fuhr Antonie fort, indem ſie eine ſaf⸗ tige Pfirſiche verzehrte.

„Wirſt du auch mittanzen, Hector?“ fragte Hugo, wel⸗ cher gleichfalls zugegen war, indem er lächelnd auf ſeines Freundes lahmes Bein deutete.

„Ei wohl!“ verſetzte Hector munter.„Ich gedenke trotz euch Allen hoch zu ſpringen und das von Rechts wegen. Gewiß gern würde Iſouard ſich ein etwas hinkendes Bein gefallen laſſen, wenn er noch alle ſeine Zähne beiſammen hätte.“

„O ich bin zufrieden“— ſprach Iſouard—„daß mir etliche Zähne wieder nachgewachſen ſind, und glaube deren mehr in meinem Munde zu beſitzen als der König, obſchon er unſere Zähne in einem Käſtchen verwahrt hält.“

„Still jetzt! gebot Balduin.„Unſer Anführer läßt ſeine Leute zum Tanze ſich aufſtellen. Thun wir ein Glei⸗ ches. Man wird uns vom Schloſſe aus ein Zeichen geben, wenn der König erſcheint und wir den Tanz und Geſang beginnen ſollen.“*

Nach einer Weile wurde ein Fenſter des Schloſſes ge⸗ öffnet und eine Hand darin ſichtbar, welche herauswinkte. Aber dieſe Bewegung war keine aufmunternde, ſondern viel⸗ mehr eine zurückweiſende. Noch ſtand die Tänzerſchaar un⸗ entſchlüſſig da, als auf dem höchſten Thurme des Schloſſes eine ſchwarze Fahne ſichtbar wurde, welche ihr Tuch in der Morgenluft wallend entrollte.