158 ſchmückter Landleute beiderlei Geſchlechts und verſchiedenen Alters dem königlichen Schloſſe Pleſſis les Tours zu. Solches war ſchon wiederholt geſchehen, um den hinfälligen Monarchen durch den Anblick luſtiger, ſingender und tan⸗ zender Landleute zu zerſtreuen. Es verſteht ſich, daß dieſe ländliche Luſtbarkeit nicht von freien Stücken, ſondern auf allerhöchſten Befehl ausgeführt wurde. Unter denen, welche heute pflichtmäßig ihre heiteren Tänze, Spiele und Geſänge aufführen ſollten, befanden ſich, mit Coittier's Bewilligung, deſſen Pflegeſöhne Iſouard und Hector nebſt ihrem jetzt im achten Jahre ſtehenden Bruder Schmerzensreich, ferner die Kinder der noch immer ſehr rüſtigen Frau Michelet, vom älteſten bis zum jüngſten herab. Die Knaben waren, mit Ausnahme Schmerzensreich's, zu ſtattlichen, kräftigen Jüng⸗ lingen herangewachſen und nur Hector's etwas hinkender Gang verrieth noch deſſen frühern martervollen Aufenthalt in dem abſcheulichen Eiſenkäfig.
Aus Coittier's Munde hatten die durch Liebe eng mit einander verbundenen Kinder bereits vernommen, wie wenig glücklich der König ſei und welche Qualen derſelbe als Strafe für ſeine Grauſamkeit zu erleiden habe. Alle etwaigen Rachegefühle von ſich zu bannen und die Größe ihres eige⸗ nen Glücks beſſer ſchätzen zu lernen, wollten ſie ſich noch durch den Augenſchein von dem freudenloſen Leben 5 wig's überzeugen.
Schon der Anblick des königlichen Schloſſes und deſſen Vertheidigungsanſtalten ſagten ihnen, von welcher Furcht deſſen hoher Bewohner erfüllt ſein müſſe.
„Wie viel freundlicher und ſchöner iſt unſer Aufenthalt


