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Bruderliebe : eine geschichtliche Erzählung aus dem 15. Jahrhundert : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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ihr wohl gar euer väterliches Erbe oder doch einen Theil davon zurück.

Nein! nein! verſetzte das Brüderpaar einſtimmig wir bleiben deine Söhne, Vater Coittier, wenn du uns dieſen Namen läſſeſt. Nimmermehr werden wir durch die Bekanntmachung unſrer Rettung und deren Weiſe dich und alle die dazu beigetragen haben, in irgend eine Gefahr ſtürzen oder einer Verantwortlichkeit ausſetzen. Ueberdieß haben wir als deine Söhne ſo überaus glücklich gelebt, während wir als herzogliche Prinzen die furchtbarſten Ver⸗ folgungen und Qualen ausſtanden, daß uns niemand zu⸗ reden wird, freiwillig in jene Gefahr uns zurückzubegeben.

Wie ihr wollt, meine Söhne! antwortete Coittier gerührtUebrigens werdet ihr als meine Kinder vor Mangel bewahrt bleiben. Die großen Geldſummen, die ich vom König für meine Heilkunſt empfing, nahm ich als eine Entſchädigung für das euch entriſſene, väterliche Erb⸗

theil an und habe ſie für euch hingelegt. Ihr habt noch

Alle daran genug, wenn ſelbſt die Kinder meiner Schweſter

ihren gleichen Antheil davon beziehen.

Mit des Königs Ableben öffnete ſich auch die Kloſter⸗ pforte, hinter welcher Helene bisher nach der Wiederver⸗ einigung mit ihren Brüdern geſchmachtet hatte. Als er⸗ wachſene Jungfrau ſah Helene ihre Brüder Iſouard und Hector, als hübſchen Knaben den als zartes Kind verlaſſe⸗ nen Schmerzensreich wieder. Die Prinzeſſin, welche weder

von den überſtandenen Qualen ihrer älteren Brüder, noch

von deren angeblichem Tode einige Kenntniß erhalten hatte, Nieritz, Bruderliebe. 11