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und kranken Löpen in der Fabel, den ſogar der Eſel zu ſchlagen wagte. Ueberdieß kannte Coittier nur zu gut ſeine Unentbehrlichkeit bei dem Könige, welche ihn, ſo wie ſeinen Collegen Angelo Catto, den Monarchen mit rückſichtsloſer Härte behandeln ließ. Ludwig, vor deſſen geiſtiges Auge Coittier das Bild der beiden, mit den ausgeſuchteſten Mar⸗ tern zu Tode gequälten Armagnac's hingezaubert hatte und nun ſelbſt von ſeinem Gewiſſen gefoltert wurde, gerieth in die höchſte Wuth gegen ſeinen unberufenen Sittenprediger, den er mit Gold überhäuft und zu hohen Ehrenämtern er⸗ nannt hatte.
„Schurke! undankbarer Schuft!“ rief er außer ſich— „was hindert mich, Triſtan hereinzurufen und dich hier vor meinen Augen aufhenken zu laſſen?“
„O ich glaube es gern“— erwiederte Coittier uner⸗ ſchrocken—„daß Ihr mich eines Morgens eben ſo gut in die Ewigkeit ſchicken werdet, wie Ihr ſchon mit ſo Vielen gethan habt. Aber ich ſchwöre es Euch zu Gott, daß Ihr mich dann nicht um acht Tage überleben werdet.“
Dieſe Worte wirkten wie ein niederſchlagendes Pulver auf den königlichen Zorn. Ludwig's Wuth verkehrte ſich in Weinen und mit kläglicher Stimme ſprach er zu ſeinem Leibarzt:„Coittier, habe Mitleid und Geduld mit deinem König. Quäle mich nicht wieder mit Dingen, die nicht zu ändern ſind, ſondern ſtärke meinen armen, kranken Leib und ich will dich königlich belohnen.“
„Ihr ſelbſt tragt die Schuld an dem ärgerlichen Zu⸗ falle“— ſagte Coittier—„Warum bewahrt Ihr unter Euerm Kram noch immer dieſe Zähne der Armagnac's?


