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der Heilige weigerte ſich auf Ludwig's Einladung zu kom⸗ men und es bedurfte eines zweimaligen Drängens des Pap⸗ ſtes, um den Heiligen zur Reiſe nach Pleſſis les Tours zu bewegen. Als Franz von Paula vor dem Könige erſchien, warf ſich derſelbe zu ſeinen Füßen und flehte ihn um Ver⸗ längerung ſeines Lebens an. Der Heilige antwortete hier⸗ auf damit, daß er die göttliche Nachſicht und Langmuth rühmte und für den König zu beten verſprach. Er empfing dafür reiches Almoſen vom Könige, bekam für ſich und ſeine Schüler zwei Klöſter, eines am Ende des königlichen Parks, das andere beim Schloſſe von Amboiſe, erbaut, vermochte aber doch nicht den Monarchen von ferneren Ungerechtig⸗ keiten abzuhalten. Was halfen unter ſolchen Umſtänden die wärmſten Fürbitten und das reichſte Almoſen? Außer den Heiligen Franz von Paula ließ Ludwig noch ganze Schaaren von Eremiten und Beguinen um ſein Schloß ein⸗ quartieren, welche ihre Tage mit Beten und Singen zu⸗ brachten und Gott um des Königs Erhaltung anflehten. Endlich umgab ſich Ludwig noch mit zahlloſen Reliquien aus allen Himmelsgegenden, welche den bleichen Knochen⸗ mann von ihm zurückſchrecken ſollten. Die Aerzte wußten zuletzt kaum noch Arzneien aufzutreiben, die dem König helfen ſollten. Sie verfielen auf die ſtärkſten, angreifend⸗ ſten und widerfinnigſten Mittel. So erzählt zum Beiſpiel die Geſchichte, daß man ihn habe das Blut friſch geſchlach⸗ teter Kinder trinken laſſen!
Mit großer Aengſtlichkeit und Mühe ſuchte Ludwig R.
ſeinen leidenden Zuſtand vor aller Welt, ſelbſt vor den
Seinen, zu verbergen. Aus dieſer Abſicht ließ er aus den


