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Ludwig, welcher bereits ſchon einmal einen Anfall vom Schlage gehabt hatte, empfand, wie alle Tyrannen und böſen Menſchen, eine ungemeine Furcht vor dem Sterben. Dieſe Furcht ſteigerte ſich in den letzten Jahren ſeines Le⸗ ben ſo ſehr, daß er zu einem Gerippe abmagerte und der Schlaf ſein Lager floh. Der Monarch, welcher, was ſeine eigene Perſon anbelangte, ſtets ſehr ſparſam geweſen war, verſchwendete jetzt ungeheure Summen an ſeine Aerzte, auf daß ſie ihre ganze Kunſt zur Verlängerung ſeines Lebens aufbieten möchten. Es iſt erwieſen, daß er allein an Coit⸗ tier in einem Jahre 98,000 Thaler auszahlte, der außer⸗ dem noch monatlich 10,000 Thaler von ihm erhielt. Ueber⸗ dieß hatte er dieſen ſeinen Leibarzt zum erſten Präfident der königlichen Rechnungskammer ernannt, ja einem anderen Leibarzt, Angelo Catto, ſogar das Bisthum Vienne ver⸗ liehen. Ach ja, mancher Monarch würde Millionen hin⸗ geben, wenn er dadurch die Verlängerung ſeines Lebens oder die Geſundheit erkaufen könnte. Aber nicht allein die Kunſt der Aerzte, ſondern auch die noch weit wirkſamere Gunſt des Himmels ſuchte Ludwig in ſeiner Todesfürcht für ſich zu gewinnen. Anſtatt aber das Letztere durch eine äuf⸗ richtige Reue und Buße zu bewerkſtelligen, meinte er, durch die kräftigen Fürbitten Anderer die göttliche Gnade auf ſein Haupt herabzuziehen. Zu jener Zeit lebte ein berühmter Heiliger, Namens Franz von Martorello oder von Paula, deſſen Gebeten man eine ganz beſondere Kraft und Wirkung zuſchrieb. Auf denſelben hatte Ludwig XI. ſein Augen⸗ merk geworfen, weil er ihn vor allen anderen Menſchen für befähigt hielt, den König mit Gott auszuſöhnen. Aber


