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Bruderliebe : eine geschichtliche Erzählung aus dem 15. Jahrhundert : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Und ich mein ganzes Mittagseſſen! ſchluchzte der fünfjährige Hector.

Wie mögen ſie nach einem Biſſen oder einen Trunk Waſſer gelechzt haben! klagte Helene.

Sollten ſie in ihrer Noth nicht die zinnernen und ſtei⸗ nernen Särge benagt haben? fragte Iſouard.

Wohl gar einander ſelbſt! weinte Hector.

Genug des Flennens! rief der Herzog heftig.Schämt euch, Buben, über todte Haſenbälger unmännliche Thränen zu vergießen. Geht das ſo fort, ſo werden meine Söhne einſt den Spinnrocken zieren, anſtatt das Schwert und die Lanze führen. Jolande, du erziehſt die Buben zu ſchwachen Weibern. Ich werde ſie daher andrer Zucht anvertrauen müſſen. Unter Lerreau's Aufſicht werden ſie zu feſterem Holze heranwachſen, als in der verweichlichenden Luft deiner Kinderſtube.

Um Gott und aller Heiligen willen erwiederte die Herzogin beſtürztIhr werdet unſere Söhne doch nicht den rohen, ja blutbefleckten Händen des ſchrecklichen Lerreau anvertrauen wollen? Das hieße ja eine zarte, im Treibhauſe gezogene Pflanze dem rauhen Winterſturme ausſetzen!

Ich werde thun, was ich für gut erachte verſetzte der Herzog barſch.Lieber keine Söhne, als entartete, wei⸗ biſche Erben meines Namens. Verſcharre das Aas, Bube, der du es in der Gruft aufgefunden haſt wendete ſich der Herzog zu Hugo, welcher, wie ſeine Mutter und Schwe⸗ ſter, ſtumm daſtand.Halt! fuhr jener haſtig fort, da Hugo die vertrockneten Thiere an ſich nehmen wollte mir kommt ein köſtlicher Gedanke bei. Mein alter Freund,