12 Michelet guten Grund hatte, den Zorn ihres Landesherrn nicht durch das Zurückbehalten der drei verſchmachteten Ha⸗ ſen auf ſich zu laden. Nachdem die Frau den Fund vor des Herzogs Füßen niedergelegt und ihren Bericht darüber been⸗ digt hatte, wendete ſich der Herzog lachend gegen ſeine Ge⸗ mahlin, welche, ihre drei Kinder an der Hand, ihren Gatten zu bewillkommen, herbeieilte:
„Ha, Jolande! haſt du ſchon von der neuen Haſenfalle vernommen, welcher wir dieſes feiſte Wildpret zu verdanken haben?“
Unter dieſen Worten ſtieß der Herzog mit ſeinem Fuße „ die verhungerten Haſen ſeiner Gemahlin entgegen.
„Sogar meine todten Ahnen liegen noch dem edlen Waid⸗ werke ob“— fuhr der Herzog ſpottend fort—„und verſor⸗ gen ihre Nachkommen mit willkommenen Braten.“
Die Herzogin, eine zartgebaute, etwas bleiche Dame, be⸗
trachtete ſtumm die in der Gruft verſchmachtet aufgefundenen
Thiere. Ihr grauſte vor dem Anblick wie vor den unzarten
Scherzworten ihres Gatten; jedoch zwang ſie ſich, dieſem
Gefühle keinen erſichtlichen Ausdruck zu geben. Deſto un⸗
verhohlener äußerten die herzoglichen Kinder ihr tiefes Be⸗
dauern über die langöhrigen Vierbeinler, die zu Mumien
eingetrocknet waren und einen erbarmenswürdigen Anblick darboten.
„Ich ſehe ſie in ihrer Todesangſt an der kalten Wand emporſpringen—“ ſprach die junge, elfjährige Prinzeſſin Helene mit ſchmerzvollem Ausdruck.
„O wie gern hätte ich euch mein Frühſtück und Abendbrod 2 gegeben!—“ rief der ſiebenjährige Prinz Iſouard aus.
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