10 gelegt. Die Mandel⸗, Pfirſich⸗ und Aprikoſenbäume waren ſchon im Verblühen, während die Kirſchen⸗ und andere Frucht⸗ bäume im vollſten Blüthenſchmucke prangten.
Frankreich war zu jener Zeit noch nicht der mächtige Staat, welcher, weil es von einem einzigen Beherrſcher re⸗ giert wird, ſo furchtbar ſeinen Feinden jetzt gegenüber ſteht. Der Sieren mehrere gab es damals, welche, obwohl die Lehen von dem Könige empfangend und denſelben als ihren Ober⸗ herrn anerkennend, in ihren umfaſſenden Ländereien als un⸗ umſchränkte Gebieter herrſchten und zugleich von dem bren⸗
nenden Wunſche beſeelt waren, auch den letzten Schein von Unterwürfigkeit gegen das Oberhaupt des franzöſiſchen Reichs von ſich zu ſtreifen. Der mächtigſte und furchtbarſte dieſer Vaſallen war der Herzog von Burgund, die minder gefähr⸗ lichen Feinde des Königs beſtanden aus deſſen leiblichem
Bruder, Carl von Frankreich, aus den Herzögen von Bre⸗
tagne, von Bourbon, von Alengon, von Nemours und von
Lorraine, ſowie aus mehreren Grafen und anderen hohen
Herren, we lchen die königliche Macht ein Dorn im Auge
Wenige Jahre, nachdem Ludwig XI. den franzöſiſchen*
Thron beſtiegen hatte, verſchworen ſich ſchon jene vorgenann⸗
ten en gegen ihren königlichen Gebieter und Lehnsherrn.
Ihre Kühnheit ging ſo weit, daß ſie mit einen angeworbe⸗
nen Kriegsheere die königlichen Truppen und Ländereien
anzugreifen wagten, ja ſelbſt die königliche Hauptſtadt, Pa⸗ ris, mit einem Ueberfalle bedrohten. Ludwig XI. ſah ſic damals auf allen Seiten von offenen und heimlichen Feinden umringt. Er ſelbſt geſtand ſich's ein, daß er die Liebe ſeiner Unterthanen weder beſitze, noch verdiene, denn die Geſchichte
—


