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Bruderliebe : eine geschichtliche Erzählung aus dem 15. Jahrhundert : für die Jugend / von Gustav Nieritz
Entstehung
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zwei! Hei! es rührt ſich nicht und klingt, als ſtieße man auf ausgedroſchenes Erbſenſtroh. Da hat es keine Gefahr und Angſt!

Hugo warf die Stange von ſich und drang muthig in den Winkel ein, wo er nach dem Gegenſtande der ſchweſter⸗ lichen Furcht langte.

Hm! ſprach er vor ſich hinwas iſt denn das? Sonderbar! Muß das Ding beim Lichte beſehen

Der Knabe trat unter das eine Gruftfenſter und rief voll

Sihe aus

Nun rathet, Mutter! was ich hier in den Händen habe?

So etwas lebt nicht mehr! Drei todte Haſen! Aber wie dürr und federleicht! Wie ſind dieſe hier hereingekommen und weshalb? Fühlt ſie nur an, Mutter! Nichts als Haut und Knochen! Hungers geſtorben müſſen ſie ſein.

Die armen Thiere! ſprach Antonie bedauernd und wagte ihre Hand an den einen der Haſen zu legen.Wie viel und wie lange mögen ſie gelitten haben, bevor der Tod ſie von ihrer Pein erlöſte! Wie wiederholt mögen ſie nach den Fenſtern hinaufgeſprungen ſein, ohne ſie errkichen zu können! Ach, daß wir nicht eher und öfter die Gruft ausge⸗

fegt haben! Mich jammert's, daß ich's nicht beſchreiben kann. Ja, Hunger thut weh erwiederte Hugo, gleichfalls eweztund Durſt noch weher. Weit lieber einen tüch⸗ tigen Schwertſtich ins Herz als verhungern müſſen. Der letzte Winter ſprach Frau Micheletwar ungenöhnlich lang, hart und ſchneereich. Da haben dieſe armen Thiere hier in dem Gewölbe ein ſchirmendes Obdach geſucht und ſolches nicht wieder verlaſſen können.