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empfängt, iſt ungleich ſchauervoller als ein hügelreicher, im friſchen Grün prangender und mit Blumengewächſen ge⸗ ſchmückter Friedhof, deſſen Denkmäler der Liebe in den gol⸗ denen Strahlen der am blauen Himmel hinwandelnden Sonne erglänzen. Anſtatt der Erde wiederzugeben, was von ihr genommen iſt, verſchwendet der Reiche und Vornehme Tau⸗ ſende, um ſeine und der Seinen irdiſche Hülle der Verweſung zu entreißen. Allein ſind Erz und Marmor, ja ſelbſt Gold und Silber, in welche der bevorzugte Erdenſohn ſeinen Leich⸗ nam betten läßt, nicht eben ſo gut Erde als wie diejenige, in welche das Grab des Armen gegraben wird?
Lange Reihen großer und kleiner Särge von Marmor und Zinn zeigten an, daß das Geſchlecht der Armagnacs, welches die herzogliche Würde von Nemours beſaß, ein altes
und vielverzweigtes war. Berühmt gewordene Helden und Staatsmänner, Frauen und Jungfrauen, Jünglinge und zarte Kinder harrten hier in feſtverſchloſſenen Särgen dem Auferſtehungsrufe entgegen. Ihre Namen, Würden, Thaten, wie ihre Geburts⸗ und Sterbezeit, verkündeten die in Gold oder Silber eingegrabenen Inſchriften. Sie Alle aber hatten ſich, trotz ihrem berühmten Namen, altem Adel, ihren hohen Würden, umfangreichen Beſitzthümern und tapferen Thaten, vor Demjenigen in den Staub beugen müſſen, deſſen kalter, knöcherner Fauſt kein Sterblicher zu widerſtehen vermag.
DDer kleinſte unter den hier befindlichen Särgen umſchloß die Ueberreſte der ganz jung verſtorbenen Prinzeſſin, Iſa⸗ belle von Armagnac. Ein Blumenkranz, den die mütterliche Liebe auf den Sargdeckel niedergelegt, hatte daſſelbe Schick⸗
ſal wie das der darunter ruhenden, jugendlichen Schläferin


