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Die Ausgestoßene : eine Erzählung aus dem vierzehnten Jahrhundert / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Wie und wodurch mir unſer Herrgott geholfen hat, weiß ich ſelbſt nicht geſtand die Geneſene. Ob mein ſtetes Flehen, vb meiner Kinder Fürbitte, ob die einfache und wenige Nahrung, ob der ſtete Aufent⸗ halt in der freien Luft, ob endlich das vielmalige Ba⸗ den im nahen Elbſtrome, das ich bei tiefer Nacht und auf den Rath des Juden Simonſon unternommen und auf welches ich ſtets eine große Linderung verſpürt habe, mir zur Geſundheit verholfen haben, kann ich nicht ſagen. Aber ich beſchloß, meine allmälige Beſſerung ſelbſt mei⸗ nen Kindern zu verſchweigen und nicht eher mein Glück laut werden zu laſſen, als bis ich ganz geſundet ſein würde. Die kälteſten Tage des überſtandenen Winters verlebte ich in der Erde Tiefe, die ich in meiner Hütte ſelbſt ausgegraben und wo ich mit der ausgeworfenen Erde einen Wall gegen die eindringende Kälte gebildet hatte. Nachdem nun der allbarmherzige Gott mir zu meiner Geſundheit verholfen hat, bitte ich euch, wohl⸗ löbliche Herren, um die Aufnahme in unſere Gemeine, auf daß ich wieder meinen Kindern eine ſorgende Mutter und der Stadt eine ehrſame Bürgerin werden kann. Darauf ſegnete Pater Anſelmus die Geneſene feier⸗ lich ein und verkündete laut dem umſtehenden Volke de⸗ ren Wiedereinſetzung in ihre früheren Rechte als ehr⸗ ſame Bürgerin von Dresden. Und der Herr Bürger⸗ meiſter, der Villicus und Pedellus, und wie ſie Alle hießen, die rathenden Herren der Stadt ſie beſtätigten durch feierliche Handvarreichung der Geneſenen die feier⸗