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Die Ausgestoßene : eine Erzählung aus dem vierzehnten Jahrhundert / von Gustav Nieritz
Entstehung
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gebenheit und Handlung. Daß Popp und der Brau⸗

geſelle Markus nicht verfehlten, Friedbert und Mar⸗

garethe zu begleiten, verſteht ſich von ſelbſt.

Frau Schneider erwartete unter wogenden Gefüh⸗ len die Ankunft des daher ſich wälzenden Menſchenknauls. Sie war mit ihrer n. Kleidung angethan und ähnelte darin einem Schmetterlinge, welcher ſoeben der unſchein⸗ baren Hülle ſeiner Verpuppung entſtiegen iſt. Unter dem weißen Wittwenhäubchen ringelte ſich goldgelbes, neues Haar nach dem Nacken und über die Schläfe herab. Das verjüngte Antlitz war mit einer neuen Haut über⸗ zogen und die wieder gerundeten Wangen deckte die Roſenfarbe der zurückgekehrten Geſundheit. Eben ſo rein und fleckenlos waren die Hände der vormaligen Kranken, welche ſich alsbald wieder von einem weiten Kreiſe Be⸗ waffneter umgeben ſah. In demſelben traten die Herren vom Rathe ſammt dem Doctor vorſichtiglich der Wittwe näher und machten dann in einiger Entfernung Halt.

Gleichwie aber Doctor Stroberius damals zur Er⸗ kenntniß der Lepra nur einer flüchtigen Unterſuchung ſich unterzogen hatte, eben ſo kurzer Zeit bedurfte es, um ihn von dem gänzlichen Verſchwinden der ausländi⸗ ſchen Hautkrankheit zu überzeugen.

Bei allen Heiligen! rief er verwundert aus, nachdem er die Wittwe angeblickt hatteſie iſt rein wie ein neugebornes Kindlein! Geheilt ohne Arznei und Doctor! Weib! wie iſt dies zugegangen? Sprich, 6

Ehre Gottes und der heiligen Jungfrau! 3