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Die Ausgestoßene : eine Erzählung aus dem vierzehnten Jahrhundert / von Gustav Nieritz
Entstehung
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liche Rücknahme von deren Ausſtoßung. Dann erſt durf⸗ ten Friedbert und Margarethe ihre Mutter umarmen, was

ſie unter maaßloſem Jauchzen und frohem Schluchzen

thaten. Auch Popp und der treue Knecht Markus naheten ſich der Wittwe und drückten ihr die freudezitternde Hand.

Hierauf öffnete der Herr Bürgermeiſter ſeinen Mund weit und ſprach:

Flugs verbrenne man nun jene Strohhütte ſammt allem darin befindlichen, damit auch die letzte Spur der Gott Lob verſchwundenen Lepra vertilgt werde.

Nicht alſo, geſtrenger Herr Bürgermeiſter! verſetzte Frau Schneider.Bevor meine Hütte den Flammen überliefert wird, ſei mir vergönnt, ein werthes Kleinod aus ihr mit fortzunehmen, das in ihr verbor⸗ gen iſt und keinen Anſteckungsſtoff an ſich trägt.

Frau Schneider begab ſich in die Hütte, aus wel⸗ cher ſie alsbald in Begleitung Sara's und deren Töch⸗ ter zurückkehrte.

Sehet da, edle Herren! ſprach die Wittwe zu den erſtaunten Männern.Die Frau und Kinder meines Wohlthäters und meiner Kinder. Unſer Herrgott ſchenkte mir mit meiner Geneſung zugleich die Freude, dieſe Unſchuldigen vor einem grauſamen Untergange in Schutz nehmen zu können. Darum ſoll auch nun mein erſter Ausgang in das Gotteshaus dort ſein, deſſen Glockentöne oſtmals meine Verzweiflung während meiner fürchterlichſten Schmerzen minderten und deſſen Schwelle ich nie im Leben wieder betreten zu dürfen glaubte.