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ſich am zweiten Tage auf, um ihre Mutter über das Schickſal ihrer Kinder zu beruhigen und nebenbei mit Vorſicht nach Sara und deren Kindern auszulugen. Nicht lange, ſo kehrte Margarethe mit freudeſtrahlendem Antlitze heim und verkündete unter heimlichem Jauchzen dem Bruder, wie ihr die Mutter anvertraut habe, daß Simonſons Gattin und Kinder geborgen ſeien und daß ſie ſolches dem Juden zum Troſte verkünden ſollten.
Dieſe Nachricht erfüllte Alle, insbeſondere aber Si⸗ monſon mit der innigſten Freude.
Nachdem aber die Ruhe und für die Juden zugleich die Sicherheit des Lebens wie des Eigenthums in die Stadt Dresden zurückgekehrt waren, richtete Frau Schnei⸗ der ein gar ſonderbares, höchlich überraſchendes An⸗ ſinnen an den Stadtdiener, welcher die Leprakranke nach geraumer Unterbrechung wieder mit ihrer Nothdurft zu verſehen kam.
„Der Herr Bürgermeiſter— lautete dieſes An⸗ ſinnen—„ſolle ihr einen neuen, vollſtändigen und ehr⸗ baren Wittwenanzug zukommen laſſen und die Koſten dafür aus dem Nachlaſſe ihres an der Peſt verſtorbenen Bruders entnehmen. Hierauf ſolle der Bürgermeiſter ſie, die Leprakranke, durch den Doctor Stroberius oder einen andern Arzt unterſuchen laſſen und, dafern die Lepra, wie ſie glaube und hoffe, nicht mehr an ihr erfunden werde, ſo feierlich und öffentlich, wie dies bei ihrer Ausſtoßung geſchehen, wieder in die Gemeinſchaft der Geſunden aufnehmen.“


