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auch hier wiederum der Deckmantel für die niedrigſte Habſucht werden, und indem die Lippen Chriſtum nannten, meinten die Herzen nur die Reichthümer des gehaßten Judenvolks. Eingeäſcherte Häuſer, grauſam verſtümmelte und halb verbrannte Leichen in erſchreckender Anzahl, furchtbar gemißhandelte Halbtodte, Blutlachen und um⸗ hergeſtreute Kleiderfetzen in Dresdens Gaſſen zeigten ſatt⸗ ſam, mit welcher Tigerwuth das entfeſſelte Volk gegen die Juden gehauſet hatte.
An die Stelle des wilden Mordgeſchreies war die Ruhe des Todes getreten. Mit geſenkten Häuptern, als ſchämten ſie ſich jetzt ihres Blutwerkes, ſchlichen die Menſchen durch die blutgetränkten Gaſſen und mancher von ihnen bereute bitter, was er im Rauſche des grim⸗ migen Indenhaſſes gethan hatte. Markgraf Friedrich, den die höſiſchen Geſchichtſchreiber für die Geſtattung der Judenverfolgung nur mit dem viel zu milden Namen des Ernſthaften belegten, während ſein, die Juden in Schutz nehmender Vorgänger Heinrich mit Recht der Erlauchte oder Erleuchtete genannt wurde, erließ, er⸗ ſchrocken von der Kunde der verübten Greuel, ein ſtren⸗ ges Verbot gegen weitere Anfeindungen des Judenvolks.
Nachdem Simonſon aus einem mehrſtündigen Schlafe gekräftigt erwacht war, wollte er ſogleich fort, um ſeine Frau und Kinder aufzuſuchen. Nur mit Mühe ver⸗ mochten Popp und Friedbert ihn von dieſem gefährlichen Vorhaben zurückzuhalten, denn zu der Zeit tobte die Judenverfolgung noch fort. Margarethe dagegen machte


