verbrannt! O Gott! dort kommen ſie ſchon, auch meine und meiner Kinder Mörder! Schütze, verberge uns, Weib! und Gott wird dir's lohnen!“
„Weißt du auch, Weib! bei wem du Hülfe ſuchſt?“ — ſprach Frau Schneider.—„Bei einer Ausgeſtoßenen! Bei einer Ausſätzigen!“
„Ich weiß es“— rief Sara, voll Angſt nach ihren Verfolgern ſich umſehend—„aber wie unſer Kö⸗ nig David, will ich mit meinen Kindern viel lieber in des Herrn Hand fallen, als in die der Menſchen— der Chriſten! O erbarme dich! In der nächſten Minute iſt's zu ſpät.“
„So tritt ein mit deinen Kindern in die Hütte des Jammers und der Krankheit!“— ſprach die Ausge⸗ ſtoßene feierlich.
Raſch verſchwand Sara nebſt ihren Kindern in dem niederen Eingange der Strohhütte, während die Aus⸗ ſätzige unbeweglich vor derſelben verharrte. Es war die höchſte Zeit geweſen, denn in den nächſten Minuten nahte ſich der tolle Haufe ſchreiend und die Juden laut verwünſchend und bedrohend.
Der geſpenſtiſche Anblick der Ausſätzigen wirkte plötz⸗ lich verſteinernd auf den Volkshaufen. Das Geſchrei und Toben verſtummten und die halblauten Worte:„Die Ausſätzige! Die Ausſätzige!“ liefen von Mund zu Munde. In ſcheuer Ferne umſtand die nüchtern gewordene Menge die Hütte und deren Bewohnerin. Zwar rief die Stimme eines Ruchloſen laut aus:
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