er, wie die Judenfeinde dieſelbe Richtung einſchlugen, in welcher er Sara und ihre Kinder vorhanden wußte.
Dieſe Wahrnehmung erfüllte den braven Popp mit heller Verzweiflung, die ihn erſt antrieb, verſtohlen dem dahintobenden Haufen zu folgen. Nach einer Weile aber, da ſich ſein Gemüth etwas beruhigte, blieb er ſtehen und ſeufzte aus tiefer Bruſt
„Heilige Mutter Gottes, die du ja ſelbſt eine Jüdin wareſt, ſchütze du die arme Sara mit ihren Kindern. Ich vermag es nicht. Zu meinem Wohlthäter ruft mich mein Herz.“
Nach dieſen Worten trat Popp den eiligen Rückweg nach der Brauerei an.
Wer aber beſchreibt der Jüdin Sara Empfindungen, als ſie, mit ihren Kindern im Walde ſteckend, noch immer in ihren Ohren das gellende Wehgeſchrei ihrer Glaubensgenoſſen hörte und durch die Bäume den Brand ihrer Wohnungen leuchten ſahe? Als ihre Kinder wei⸗ nend und jammernd nach dem Vater fragten und vor Angſt aufſchrieen, ſo oft die Gebüſche rauſchten, weil ſie irgend ein Raubthier nahen fürchteten? Als endlich nach vielen bangen Augenblicken die blutgierige Rotte daherdrang und ſie mit Todesſchrecken erfüllte? Der Schrecken hatte die beiden Kleinen ſo ſehr gelähmt, daß ihre Mutter ſie auf ihre Arme nehmen und alſo belaſtet
die Flucht ergreifen mußte. Doch wohin, da der Wald
ſelbſt ihr keine ſichere Stätte mehr darbot? Da ſie über⸗ all nur grauſame, blutgierige Feinde treffen mußte? 1


