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Die Ausgestoßene : eine Erzählung aus dem vierzehnten Jahrhundert / von Gustav Nieritz
Entstehung
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der nahen Haide zu. Dabei ſprach er mit ſchadenfrohem Lachen zu ſich ſelbſt:

Hei! ihr Bluthunde! wie will ich euch bei der Naſe in der Irre herumführen, bis ihr endlich auf euern Knochen liegen bleibt. Ziegenbärte allenfalls und Stein⸗ pilze ſollt ihr in der Haide finden, aber keine Juden und Judenbärte. Alſo zu ſich ſprechend, wollte er in einer Richtung den Wald betreten, welche derjenigen ſchnurgerade entgegen war, wohin er Sara und deren Kinder geführt hatte. Da leuchtete ihm auf einmal ein Kerl mit einem Feuerbrande in's ſtill lachende Antlitz und rief dann aus:

Wie? von dem da wollt ihr euch führen laſſen? In den April, ja! Denn es iſt Popp! Popp, der mit dem abgehackten Daumen! Popp, der Unehrliche, der unter des Schinders Händen Geweſene! Popp, der ſeit⸗ dem bei dem Juden im Brauhauſe wohnte und ſein Ge⸗ hilfe war! Wollt ihr Juden auffinden, ſo folgt ihm nicht, ſondern mir. Links müſſen wir uns wenden nach der Neudörfer Straße zu, denn dort ſah ich ſelbſt die Juden in die Haide flüchten.

Popp hatte erſt große Luſt, ſeinen Verräther zu packen und zu erdroſſeln. Als er jedoch vernahm, wie der tolle Haufe jetzt einſtimmig ſchrie:Nieder mit dem Judenhunde! Schlagt den Ausgeſtoßenen todt! ſo hielt er es für rathſam, mit ſeinen langen Beinen Ferſen⸗ geld zu geben, was ihm als dem Vorangehenden auch gut gelang. In einem dichten Gebüſche verborgen, hörte 3