nichts gebracht werdet? Weiß denn die Obrigkeit ſchon von eurer Erbſchaft und euerm Rechte?“ .„Ach, Mutter!“— verſetzte Friedbert—„jetzt be⸗ kümmert ſich niemand um uns und ſolche Dinge⸗ Sie haben Alle nur die Köpfe voll von dem ſchwarzen Tode, von dem Süneſe an bis auf den ünterſten Knecht 4 herab.“ 5 hab' ich gemerkt“— erwiederte Frau Schnei⸗ † der—„denn der Stadtdiener, welcher mir aller drei Tage mein Brot und was ich ſonſt brauche, bringt, ſchon eine volle Woche ausgeblieben.“ „Ei, Mutter! wie haſt du denn da beſtehen kön⸗ nen?“— rief Margarethe betroffen aus⸗ „Durch die Almoſen der Vörübergehenden“— ver⸗ ſetzte die Mutter—„die mir nicht blos Geld, ſondern auch allerlei Nahrungsmittel hinlegen. Auch halte ich immer auf Vorrath, wie die Hamſter, und brauche nur wenig zu meiner Sättiguns, 3 jett mehr eſe als ſeither.“ „Ach, Mutter!“— ſptach Friebbert—„biſt du denn noch nicht geſund, daß du zu uns in das große Brauhaus ziehen könnteſt? Wir möchten uns ſo allein darin fürchten, beſonders da die Abende immer länger werden, wo uns dann der todte Ohm und die todte Baſe und der blaſſe Johannes und die geputzte Blaſia einfallen. Markus; der einzige Brangeſelle, ſchlendert* meiſt in der Stadt umher, weil jetzt nicht gebraut wird, und Popp kommt zwar alle zu uns, ſchläft aber
Druckschrift
Die Ausgestoßene : eine Erzählung aus dem vierzehnten Jahrhundert / von Gustav Nieritz
Entstehung
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


