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Gatten und Sohne, die Tochter vom Vater und Bruder geſchieden. An ihre Stelle traten jetzt Margarethe und Friedbert, welche beide Kranke nach ihren Kräften ab⸗ warteten und pflegten, obſchon ohne glücklichen Erfolg.
Eine allgemeine Wahrnehmung iſt aber die, daß, wenn der blaſſe Tod dem Menſchen ſein abgelaufenes Stundenglas vor's Auge hält, demſelben Menſchen plötz⸗ lich eine auffällig klare Erinnerung an ſeine begangenen böſen Handlungen zukommt. Alſo erging es auch dem Mälzer, als es mit ihm auf die Neige kam.
„Holt mir Popp, den Böttchergeſellen herbei!“— rief er ſtöhnend aus—„nicht eher ruhig ſterben kann ich, als bis ich ihm mein Unrecht abgebeten habe und er mir verziehen hat.“
Bald nach dieſer Rede erſchien Friedbert in Popps Wohnung.
„Aha!“— rief dieſer lächelnd aus—„nun die alten Freunde ſehen, daß der ſchwarze Tod nichts von mir wiſſen will, kehren ſie ſachte zu mir zurück. Nun, ich verdenke es Keinem, wenn er vorſichtig iſt. Will⸗ kommen alſo, Friedbert! Wie ergeht's meinem wackern Simonſon und ſeiner Familie? Iſt Margarethe auch noch wohl und munter?“
„Ach, Popp!“— verſetzte Friedbert traurig— „frage mich jetzt nur nicht, ſondern komm' ſchnell mit mir zu meinem Ohm, der dir der kleinen Biergefäße wegen
Abbitte thun will. Er hat den ſchwarzen Tod und des⸗
halb konnte ich nicht eher zu dir kommen.“ Nieritz. Die Ausgeſtoßene. 2 10


