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Die Ausgestoßene : eine Erzählung aus dem vierzehnten Jahrhundert / von Gustav Nieritz
Entstehung
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dich nicht vor der Peſt und dem ſchwarzen Tode, der du ſelbſt ſchwarz genug biſt. Du ſtandeſt mir bei, als ich unter des Scharfrichters Fäuſten blutete, und ver⸗ läſſeſt mich auch jetzt wieder nicht.

Während aber zwei ganz verſchiedene Weſen ein Menſch und ein Thier der Freude ſich überließen, verbreitete ſich über die ganze übrige Stadt das Ent⸗ ſetzen und der Tod. Gleichwie zur Zeit der Tödtung der Erſtgeburt in Aegypten kein Haus verſchont blieb: ſo auch in Dresden. Die Glocken, welche ſonſt bei dem Leichenbegängniſſe des Wohlhabenden geläutet wurden ſie ſchwiegen wie erſchrocken ſtill; denn es fehlte an Händen, um ſie unaufhörlich in Bewegung zu ſetzen. Dafür tönte deſto ſchauerlicher die Todtenſchelle durch die öden Gaſſen der Stadt, welche von dem, den Leichen voranſchreitenden Todtengräbergehilfen oder von einem Mönche gerührt wurde. Die Stadt hüllte ſich in Trauer; die Freude verſtummte, und nur noch die Habgier ging neben der Peſt einher und riß an ſich, was dieſe mit erbarmenloſer Hand niedermähete.

Zwei Tage hindurch blieb für Margarethe die Lhir ihrer Verwandten verſchloſſen. Dann that ſie ſich plötz⸗ lich auf und unter einem Wehgeſchreie flüchteten Frau Lippmann und ihr Töchterlein Blaſia heraus und davon. Bärbel, beladen mit Schmuck und Flitterſtaat, folgte ihrer Herrin auf dem Fuße nach. Die Peſt, von wel⸗ cher erſt der Mälzer und bald darauf der bleiche Jo⸗ hannes ergriffen worden waren, hatte die Gattin vom