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Die Ausgestoßene : eine Erzählung aus dem vierzehnten Jahrhundert / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Scheuerwiſche und grobem Sande des Knaben Antlitz und Hände bearbeitete, ſo daß ſie die Farbe geſottener Krebſe annahmen und faſt blutrünſtig wurden. Nicht beſſer erging es Margarethen, welche jedoch ſtill hielt wie ein Lamm unter den Händen ſeines Scheerers. Nachdem die Wäſche beendigt war, nahm Meiſter Pum⸗ per die Kinder in Empfang, welcher mit ſeinem großen Pechlöffel beide in einen ſo dichten Qualm einhüllte, daß ſie darin erſticken zu müſſen wähnten. Dabei fürch⸗ tete Margarethe nicht ohne Grund, daß das brennende und flüſſige Pech abermals ihre Kleidung ergreifen und ſie ſelbſt verbrennen könne.

Gereinigt nicht, wohl aber geſchwärzt und geräu⸗ chert gingen die Kinder aus dieſem, die Anſteckung ver⸗ hindern ſollenden Verfahren hervor, ſo daß die Wäſche nochmals unternommen werden mußte. Als Margarethe und Friedbert nach dieſer Feuer⸗ und doppelten Waſſer⸗ probe wieder aus den Augen ſehen konnten, war ihr Ohm verſchwunden. Statt ſeiner ſtand ein Brauknecht da, welcher mit finſtrer Miene dem Knaben gebot, mit ihm zu gehen. Beſtürzt blickte Friedbert auf ſeine Schweſter hin, welche ihm mit den Augen zu folgen winkte. Der Knecht führte den Knaben in das Malz⸗ haus und darin auf einen Boden, in welchem eine große Fläche Malz ausgebreitet lag, welche die Höhe von 8 bis 10 Zollen hatte.

Dieſes Malz ſtichſt du um gebot der Knecht