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Die Ausgestoßene : eine Erzählung aus dem vierzehnten Jahrhundert / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Meinſt du, Friedbert? fragte Margarethe.Der Ohm hat ſich bislang nicht um uns gekümmert und iſt gegen unſre Mutter immer häßlich geweſen. Sollte er auf einmal umgewandelt worden ſein?

Er muß doch entgegnete Friedbertdenn wir ſollen ja zu ihm kommen und bei ihm wohnen.

Unter ähnlichen Geſprächen gelangten die beiden Geſchwiſter in die Meißnergaſſe und in das Brau⸗ haus des Oheims, welches noch heute, obſchon in ver⸗ änderter Geſtalt, in der Nähe des Elbufers liegt und unter dem Namen des polniſchen Brauhauſes wohl be⸗ kannt iſt.

In den geräumigen Hofraum des Hauſes tretend, bemerkten die Geſchwiſter in demſelben einen Böttcher, welcher leere Biertonnen friſch auspichte, ferner zwei Weiber, welche Biergefäße abwuſchen, und endlich den

dicken Oheim ſelbſt, welcher mit verſchränkten Armen den Arbeitern zuſah.

So wie er ſeine Schweſterkinder nahen ſah, zog er

ſich eiligſt zurück und rief ihnen mit barſcher Stimme zu:

Stehen geblieben! Mir nicht zu nahe gekommen! Riedelin und Schulzin, ihr waſchet den Kindern Geſicht und Hände tüchtig mit dem Scheuerwiſche ab und du, Meiſter Pumper, räucherſt ſie dann mit Pech gehörig durch.

Dieſer Empfang war nicht übel.

Friedbert ſtöhnte, puſtete und ächzte nicht wenig unter den Händen ſeiner Wäſcherin, welche mit ihrem

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