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Die Ausgestoßene : eine Erzählung aus dem vierzehnten Jahrhundert / von Gustav Nieritz
Entstehung
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ob du dich nicht vor ihr geekelt haſt? Zu ſchrecklich war ihr Ausſehen.

Das iſt wahr! verſetzte Margarethe Wenn ich aber bedenke, daß unſere Mutter, da wir klein waren, manches Ekelhafte an uns ertragen hat,

ſo bezwinge ich meinen Ekel und denke mir die Mut⸗

ter, als wäre ſie noch geſund und hübſch wie ſonſt.

Der Tod wäre eine Wohlthat für ſie fuhr der Knabe fortund die Mutter ſelbſt hat ihn ſchon unzähligemal herbeigewünſcht. Wie ſie nur zu der ſchreck⸗ lichen Krankheit gekommen iſt?

Ach, ſeufzte Margarethe betrübtich bilde mir ein, daß ich mit daran ſchuld bin. Weißt du noch, wie ich vor einem Jahre mir den Rock am Heerdfeuer verbrannt hatte? Die Mutter drückte mit ihren Händen das Feuer raſch aus, ſo daß ſie ſich die Hände ver⸗ brannte und große Brandblaſen davon bekam. Wie ſie noch ganz erſchrocken darüber iſt, kommt eine fremde Bettlerin, der ſie aus Freude über meine Rettung eine anſehnliche Gabe reicht. Dafür giebt ihr die dankbare Bettlerin eine Hand und dieſe war voller Schwären geweſen, ſo daß die Mutter vor Ekel zuſammengeſchauert iſt. Seitdem bekam die Mutter ein Frieſel, das zuletzt zu der fremden, ſchrecklichen Krankheit wurde.

Für uns hat die Krankheit doch etwas Gutes ſagte der Knabedenn ſonſt hätte uns der reiche Ohm nicht in ſein Haus genommen. Hei! wie will ich mir in ſeinem Biere eine Güte thun! 6