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germeiſter—„gleichwie ein räudiges Schaaf, das die ganze Heerde anſtecken könnte. Wir haben ſie auf ein wüſtes Stück Ackerland vor dem Meißner Thore in der Altſtadt verbannt, allwo ſie wie einſt der übermächtige König Nebucadnezar vom Thaue des Himmels ſich trän⸗ ken kann Jedoch ſoll ſie nicht genöthigt ſein, Gras zu eſſen gleich dem wahnwitzigen Könige Nebucadnezar, ſondern wir werden für ihre Nahrung ſorgen, bis ſie ein baldiger Tod von ihrem Uebel erlöſt. Wäre mein Rath befolgt worden, ſo hätte man der Kranken, die einmal nicht zu heilen iſt, einen ſchweren Stein an den Hals gebunden und ſie von der Elbbrücke in den Strom hinab geſtürzt, womit ihr und uns geholfen geweſen wäre. Denn der Ausſatz iſt ſchlimmer noch als die Peſt und bringt die Kranken zu den verzweifeltſten Ent⸗ ſchlüſſen. In Frankreich zum Beiſpiel wollten die Aus⸗
ſätzigen vor etwa 20 Jahren die Geſunden vergifteſ“
und dann deren Güter unter ſich theilen. Man war daher gezwungen, dieſe Verſchwörer auf die Folter zu legen, damit ſie zum Geſtändniſſe gebracht wurden, was aber nicht bei allen gelang. Hierauf hat man ſie in ihre eigenen Häuſer eingeſperrt und ſolche ſammt ihren Inſaſſen den Flammen überliefert. Das nenne ich ein Uebel mit der Wurzel ausrotten!“
Nach dieſer Rede ſetzte ſich Herr Suchaneck zu einem Frühſtück nieder. Gegenwärtig würde der Bürgermeiſter einer deutſchen Hauptſtadt wahrſcheinlich einige Dutzend Auſtern nebſt einer Flaſche Burgunderwein zu ſich neh⸗
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