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Die Ausgestoßene : eine Erzählung aus dem vierzehnten Jahrhundert / von Gustav Nieritz
Entstehung
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gen, daß du erhältſt, was zu Friſtung deines jämmer⸗

lichen Lebens erforderlich iſt. Auch geſtatten wir, daß du einen Beutel oder irgend ein Gefäß an einer langen Stange anbringeſt und ſolche den Vorübergehenden zu einer freiwilligen Gabe hinhalteſt. Renate Schneider! wir beklagen dich ob deiner fürchterlichen Krankheit, von der wir freilich nicht wiſſen, ob ſolche verdienter oder unverdienter Weiſe über dich gekommen iſt aber da wir dir nicht helfen können, ſo empfehlen wir deine Seele der Barmherzigkeit unſers Gottes und bitten un⸗ ſern Heiland Jeſum Chriſtum, daß er dich bald erlöſen möge von deinem elenden Leibe und dich aufnehme in ſein himmliſches Reich. Amen! Dich aber, Pedellus, weiſen wir hiermit an, unſer eben ausgeſprochenes Urtheil an dieſer Frau ohne Verzögerung zu voll⸗ ziehen.

Die Frau, welche bisher unbeweglich geſtanden hatte, brach jetzt zuſammen und ſtieß ein Wehgeſchrei aus. Sie wurde aber ſogleich von den Freiknechten mittels der Haken wieder emporgezogen und unter dem lauten Jammern ihrer beiden Kinder fortgeführt.

Herr Suchaneck dagegen ſchritt die Treppe herab und auf einen der wachehaltenden Bürger zu, deſſen Hängebauch und Vollmondsgeſicht auf Wohlhäbigkeit hindeutete.

Meiſter Mälzer! redete der Bürgermeiſter den Mann andu haſt dich zwar gänzlich von deiner Schweſter Renate Schneider losgeſagt, dennoch aber