Volentin Stroberius war zugegen, welcher mit ſeinem Handſchlage verſicherte, daß er durch genaue und ge⸗ wiſſenhafte Unterſuchung der kranken Wittib in Erfah⸗ rung gebracht habe, wie ſie wirklich mit der wahren Lepra behaftet ſei.
Hierauf ertheilte Herr Suchaneck den Befehl, die kranke Wittib herbeizuholen, damit ſie feierlich und öffentlich aus der Stadtgemeinde und der Stadt ſelbſt ausgeſtoßen werde. Die Bürgerwehr ſäuberte alsbald den Marktplatz in ſo weit, daß ein großer, freier Raum vor dem Rathhauſe entſtand, welcher von der Bürgerwehr umzingelt blieb. Der Bürgermeiſter und der Stadtrichter begaben ſich auf den Austritt der Freitreppe, indeß die Scabinen, die Rathscumpane, die Rathsfreunde, der Pedellus und der Doctor Stroberius die Treppenſtufen einnahmen.
Nach einer Weile ſpaltete ſich die Volksmenge, ſo wie die Bürgerwehr, um die mit der Lepra behaftete Frau in den freien Raum eintreten zu laſſen. Sie wurde von vier Freiknechten geführt, jedoch dergeſtalt, daß dieſe in weiter Entfernung von der Frau blieben. Dies geſchah dadurch, daß jeder Freiknecht mit einer ziemlich langen Stange verſehen war, welche in einem eiſernen Haken, nach Art der Fiſcherſtangen, endigte und dieſer Haken ſtak in dem Gürtel der Frau. Dieſe be⸗ fand ſich daher in der Mitte der ſie von allen vier Sei⸗ ten umgebenden Knechte, wie eine Spinne in der Mitte ihres Netzes.


