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Die Ausgestoßene : eine Erzählung aus dem vierzehnten Jahrhundert / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Jedenfalls waren ſie nicht bloße Freunde vder Verwandte erwiederte der Bürgermeiſterſon⸗ dern entweder Prieſter oder obrigkeitliche Perſonen wie ich, welche berufen ſind, um des allgemeinen Beſten willen ſich aufzuopfern. Denn ſieh, Kind! Die Wittib Schneider hat einen leiblichen Bruder, den Mälzer Lippmann. Dieſer hat ſich feierlich von ſeiner Schwe⸗ ſter losgeſagt, weil ſie beſchuldigt wird, mit der Lepra behaftet zu ſein. Daraus kannſt du entnehmen, wie groß die Gefahr der Anſteckung iſt, da ſie die feſteſten Bande der Verwandtſchaft und der Freundſchaft zerrei⸗ ßen kann.

Hat die Unglückliche keine Kinder? fragte die Bürgermeiſterin. Zwei: einen Sohn von 13 und eine Tochter von

12 Jahren verſetzte Herr Suchaneck.Dieſe hat man

der Mutter ſofort weggenommen und dieſe einſtweilen in ihre Wohnung eingeſperrt, ſo daß niemand zu ihr und ſie zu niemandem gehen kann. Doch ich höre des Pedellus Stimme im Vorzimmer. mein Schwerdt! mein Barett!

Während der Bürgermeiſter die Waffe n und ſein Haupt bedeckte, war die Bürgermeiſterin davon geeilt und kehrte jetzt mit einer handvoll Wachholder⸗ beeren zurück, die ſie ihrem Gatten in die Taſche ſteckte.

Davon kaue immer etliche ſprach ſie zu ihrem Manneund hüte dich, den Speichel hinabzuſchlucken,

ſo lange du dich ekelſt. Mögen dich die Heiligen in