Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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es der Herr Bürgermeiſter Johann Brückner von Görlitz ſei, welchen ſie zu bewirthen habe, derſelbe hartherzige Mann, deſſen Einfluß auf den Tod des

unglücklichen Jacob Vierling kein geringer geweſen war.

Ich habe Euch erkannt, ſagte Marie am folgenden Morgen zu dem heimathloſen Pilger, doch ſoll kein Menſch erfahren, wer Ihr ſeid, wenn es Euch angenehm iſt, als Fremder hier zu leben.

O, das iſt mein Wille, ſagte Brückner, der ſich nun zu erkennen gab,ich würde Euch dafür danken, wenn Ihr das Geheimniß meines Standes und meiner Herkunft gegen Niemand merken laſſen wolltet.

Die Gattin Burkhards verſprach di und hielt

auch treulich Wort.

Brückner blieb in Lauban, wo er a Unbe⸗

kannter bis an ſein Ende lebte. Er hatte bisher

ein trauriges Lvos gehabt, und nirgends wollte es ihm glücken; ſein ungerechtes Urtheil, das er über Jacob Vierling gefällt hatte, ſchien für ihn zum Fluch geworden zu ſein.

Marie ſuchte ihm zuweilen Muth einzuſprechen, und war bereit, ſeine trüben Gedanken von der Vergangenheit abzulenken; ihr Umgang trug viel einer Erholung bei, wenn er auch bald wieder in düſteres Weſen