Teil eines Werkes 
2. Theil (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

193

ich bin nicht erkenntlich genug für ſeine Vorzüge. Auch habe ich noch einiges Nothwendige zu beſorgen, und werde ausgehn.

Sie nahm ihren Hut, und nachdem Mirabeau ſie herzlich und wiederholt zum Abſchied geküßt hatte, entfernte ſie ſich ſo eilig als möglich durch eine andere Thür, um nicht mit dem jetzt raſch eintretenden Cla⸗ vière in Berührung zu gerathen.

Endlich! Endlich! rief Mirabau ſeinem Freunde mit dringlichem Ungeſtüm zu. So lange haſt Du mich warten laſſen, Clavidre, und weißt doch, daß ich der ungeduldigſte Menſch unter der Sonne bin, und daß alle meine Fibern nach einer Entſcheidung zuſam⸗ menzucken!

Eben darum zögerte ich, zu kommen! erwiederte Clavière mit ſichtlicher Verſtimmung, indem er ſich mißmüthig auf einen Seſſel niederwarf, und ſich einem grollenden Schweigen zu überlaſſen ſchien.

Du ſiehſt nicht aus, wie ein Inhaber guter Nach⸗ richten, rief Mirabeau, indem ſich eine dunkle Wolke des Zorns und Aergers auf ſeiner Stirn abzuſchatten begann. Der Miniſter will alſo nichts für mich thun? Nun, ſo mag er meine Feindſchaft fürchten!

Der Miniſter bietet Dir durch mich eine geheime Miſſion nach Berlin an, entgegnete Clavière, aber in ſeinem Miniſterium kann er Dich nicht anſtellen, und er will auch für Deine Verwendung auf hieſigem Platze nichts, durchaus nichts thun. Darin iſt er feſt unbeugſam, denn er will Dich von Paris fort⸗ aben.

Mirabeau ſtand einen Augenblick mit verſchränkten Armen in der Mitte des Zimmers ſtill, und ſchien über dieſe Aeußerungen ſeines Freundes nachzudenken. Dann ſagte er auffahrend: Erzähle mir noch etwas mehr, wie es ſteht, Clavière! Mirabeau. II. 13